Online-
Paarberatung

Online-Paarberatung: Der Blog

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10 bewährte Aktionen, die deine Beziehung auffrischen

10 Gründe, über eine Paarberatung nachzudenken

10 Schritte zur erfolgreichen Paarberatung

Blitz-Test: Wie gut ist Ihre Beziehung?

Die 10 häufigsten Trennungsgründe

Sie will ein Kind – er keinesfalls

Sie will aufs Land – er liebt die Stadt

Muss man nach einer Affäre "alles" beichten?

Warum gerate ich immer an den Falschen?

Spätfolgen einer Affäre

Wenn jeder Streit eskaliert

Was kann eine Paarberatung bewirken?

Wie kann ich SIE / IHN glücklich machen?

Wenn ER sich nicht entscheiden kann

Mit Körpersprache das Gegenüber beeinflussen

Fehlende Vorbilder

Verbotene Worte

"Seine Kumpels sind ihm wichtiger als ich"

Rente ist Krisenzeit

"Nie hört er mir zu"

"Er liegt am liebsten auf der Couch"

Beziehungskrise nach der Geburt eines Kindes

Warum Vorwürfe nichts bringen

Kommunikation in Beziehungen


10 bewährte Aktionen, die deine Beziehung auffrischen
Nach ein paar Jahren braucht jede Beziehung einen Auffrischer. Allzu schnell ist sonst die Luft raus, und die erste Krise droht. Hier sind 10 bewährte Aktionen, die wieder frischen Wind in die Liebe bringen!
Aktion 1: LIEBESBOTSCHAFTEN. Natürlich kennst du sie, aber wann hast du die letzte versteckt? Ein kleiner Zettel in IHRER Handtasche oder in SEINER Lederjacke, wo drauf steht, dass du sie oder ihn liebst!
Aktion 2: KINDER-FREI! Eigentlich eine Binse, macht man aber viel zu selten: Endlich mal wieder ein Abend nur für euch! Vielleicht geht ihr essen oder nach langer Zeit mal wieder ins Kino? Einfach sie/ihn damit überraschen.
Aktion 3: GEMEINSAM KOCHEN. Das verbindet ungemein. Man muss es nur machen. Wenn ihr aber oft zusammen kocht, dann such doch mal was raus, was es noch nie bei euch gegeben hat und kaufe alles dafür ein!
Aktion 4: IN DIE OPER GEHEN. Meistens ist SIE Opern-Fan, aber für IHN ist das nix. Also muss ER aktiv werden: Den einen Abend kriegst du doch rum! Tipp: Nicht nur die Karten besorgen, sondern auch eine Kurzfassung, worum's geht und IHR abends im Bett vorlesen.
Aktion 5:  KLEINE GESCHENKE. Wann hast du ihm/ihr zuletzt was mitgebracht? Die meisten machen das nur am Anfang der Beziehung. Wäre doch mal wieder Zeit!
Aktion 6: DER WOCHENEND-TRIP. Venedig, Rom... Zwei Nächte reichen völlig, und das gemeinsame Erlebnis lässt die Liebe garantiert wieder aufblühen.
Aktion 7: BEWUSSTES ZUHÖREN. Nimm dir heute mal vor, dass du ihr/ihm ganz besonders intensiv zuhören willst. Du musst ihr/ihm dringend mal wieder zeigen, dass du dich wirklich für sie/ihn interessierst!
Aktion 8: ÜBERRASCHUNGS-GEBURTSTAG! Lade doch mal heimlich alle Freunde ein, wenn sie/er Geburtstag hat! Das zeigt ihr/ihm, dass du dir Gedanken gemacht hast. Allein die ganze Vorbereitung, tolle Idee!
Aktion 9: FÜRS HOBBY INTERESSIEREN. Im Internet findet man doch alles. Wie wär's, wenn du dich mal heimlich mit ihrem/seinem Hobby beschäftigst, auch wenn das so gar nicht deins ist? Und dann verblüffst du sie/ihn so ganz nebenbei mit deinem neuen Fachwissen...
Aktion 10: EIN BILD MALEN. "Ich kann nicht malen" gilt nicht. Dann ist es eben abstrakt! Vielleicht irgend eine Szene aus eurem Leben? Oder was aus dem letzten Urlaub? Oder du nimmst ein Foto als Vorlage, da fällt dir doch was ein! Der richtige Rahmen macht ein Kunstwerk draus. Macht Spaß, ist einfach und hat meistens eine umwerfende Wirkung. Denn mit dem Bild kann sie/er dann so richtig angeben!


Blitz-Test: Wie gut ist Ihre Beziehung?
Beantworten Sie die folgenden 10 Fragen spontan mit "Ja" oder "Nein". Die Auflösung finden Sie darunter.
Kennen Sie seine / ihre Augenfarbe (ohne nachzusehen)?
Würden Sie sagen, dass er / sie Ihnen meistens aufmerksam zuhört?
Kennen Sie spontan das Datum vom ersten Date?
Kann er / sie gerne auch mal etwas ohne Sie unternehmen?
Hören Sie regelmäßig, wie viel Sie ihm / ihr bedeuten?
Können Sie spontan mehr als 10 positive Eigenschaften von ihm / ihr benennen?
Bekommen Sie von ihm / ihr manchmal ohne besonderen Anlass ein kleines Geschenk?
Auf einer Skala von 1 bis 10: Hat Sex für Sie in etwa den gleichen Stellenwert wie für ihn / sie?
Wenn Sie etwas bedrückt, reden Sie dann als erstes mit ihm / ihr darüber?
Drei Wünsche von einer guten Fee. Wäre "dass die Beziehung ewig hält" für Sie einer der drei?
Und hier die Auflösung. 0-3 x "ja": Sieht nicht gut aus. Merken Sie sich diese Website: Sie werden sie brauchen. 4-6 x "ja": Sie liegen im Mittelfeld, aber ist das wirklich Ihr Anspruch? Tun Sie mal wieder was für Ihre Beziehung! 7-10 x "ja": Herzlichen Glückwunsch, um Ihre Beziehung steht es richtig gut!


Die 10 häufigsten Trennungsgründe
In verschiedenen Untersuchungen wird regelmäßig ermittelt, warum so viele Beziehungen in Krisen geraten. Daraus ergibt sich die Hitliste der 10 häufigsten Trennungsgründe.
Platz 10: Mangelnde Körperhygiene
Die meisten Befragten sagen, dass dies früher nicht so gewesen sei; eine gewisse Nachlässigkeit im Umgang mit dem eigenen Körper habe sich erst im Verlauf der Beziehung eingeschlichen. Trennungsgrund 10 wird übrigens vorwiegend von Frauen genannt.
Platz 9: Zu wenig persönliche Freiheit
Dazu gehört auch "Klammern". In vielen Beziehungen ist einer von beiden der Meinung, man müsse möglichst alles gemeinsam machen. Oft führt dann der Verzicht des anderen auf eigene Aktivitäten zu Ermüdungserscheinungen, die in einer Beziehungskrise enden können.
Platz 8: Übersteigerte Eifersucht
"Ich darf mich auf einer Party nicht mal mit anderen unterhalten, das nervt total" ist eine typische Beschreibung von diesem Trennungsgrund. Meistens steckt übrigens eine starke Verlustangst, deren Ursache häufig in der Kindheit zu finden ist, hinter übersteigerter Eifersucht.
Platz 7: Fremdflirten
Viele tun es, weil sie damit ihren eigenen Selbstwert immer wieder unter Beweis stellen. Sie wollen ihren erotischen "Marktwert" testen, und das geht oft auf Kosten der Beziehung. Notorisches Fremdflirten kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass er/sie in der bestehenden Beziehung bereits zutiefst unglücklich ist.
Platz 6: Nervige Alltagsgewohnheiten
Das sind die herum liegenden Socken oder die offen gelassene Zahnpasta-Tube. Was man zu Beginn der Beziehung noch lächelnd toleriert, wird nach der ersten Phase der Verliebtheit oft zum Alltags-Ärgernis, und nicht alle sind bereit, mit diesen Angewohnheiten zu leben.
Platz 5: Kontakte zu der/dem Ex
Dass es sich nur um eine platonische Freundschaft handele, mögen nur wenige glauben. Einer will ja bekanntlich immer mehr als der/die andere und hofft vielleicht doch auf ein Comeback. Insofern ist verständlich, dass diese Kontakte es auf Platz 5 der Krisengründe schaffen.
Platz 4: Seitensprung
Da sind wir noch ganz "old school": Der Seitensprung ist für die Mehrheit der Deutschen - quer durch alle Altersgruppen - ein absolutes "No Go" und führt zur sofortigen Beendigung der Beziehung. Eine Paarberatung kann allerdings retten, was noch zu retten ist.
Platz 3: Fehlende Zärtlichkeit
Je länger die Beziehung anhält, desto häufiger ist das ein Trennungsgrund. Vor allem Frauen klagen über die Lieblosigkeit ihrer Männer. Eine Weile fühlen sie sich wie ein abgestelltes Möbelstück. Nach dieser Phase finden die meisten die notwendige Kraft zum Neubeginn.
Platz 2: Langfristige Affäre
Der zweithäufigste Trennungsgrund ist besonders schmerzhaft, weil er/sie ja eine ganze Weile zwei Beziehungen parallel geführt hat. Da kann auch nicht mehr vom Affekt die Rede sein. In der Paarberatung wird deshalb sehr häufig eine Trennungsberatung daraus, um einen Rosenkrieg zu vermeiden.
Platz 1: Schlechte Kommunikation
Nie hört er mir zu. Sie versteht mich einfach nicht. Wir reden kaum noch miteinander: Das sind wohl die häufigsten Sätze, die man als Paarberater so hört. Schlechte Kommunikation kann man aber sehr gut therapieren. Dabei lernen sich die beiden dann im Optimalfall ganz neu kennen.


Paarberatung: Sie will aufs Land – er liebt die Stadt
Manchmal prallen in einer an sich sehr glücklichen Beziehungen zwei Pläne aufeinander, die sich scheinbar nicht miteinander vereinbaren lassen. Außenstehende denken dann oft: Das kann doch nicht sein! Die werden sich doch irgendwie einigen können – so gut, wie die sich verstehen! Aber ich erlebe es in der Online-Paarberatung immer wieder, dass Beziehungen an "dem einen Problem" zu scheitern drohen, weil keiner nachzugeben bereit ist und sich überhaupt nicht vorstellen kann, sich den Plänen des anderen anzuschließen. Man spricht dann von einer "Patt-Situation", die zumal dann auftritt, wenn beide die gleiche Durchsetzungskraft mitbringen, also keinesfalls bereit sind, nachzugeben. Der schwierigste Fall ist natürlich das Thema "Kinderwunsch", denn wie man es auch dreht und wendet: Entweder ja oder nein. Ein bisschen schwanger geht nicht (siehe Blog-Eintrag vom 26.3.2024). Es gibt aber auch andere Patt-Situationen. Eine recht häufige: Einer möchte unbedingt auf dem Land leben, und der andere kann sich das partout nicht vorstellen. Klingt vielleicht nach "nicht so dramatisch". Aber wenn die eine oder die andere Lebensform zum fest gezimmerten Lebensplan gehört, kann das Thema die Beziehung in Frage stellen (verständlich wird das, wenn man einmal weiter denkt und es z.B. ums Thema Auswandern oder nicht usw. geht). Was tun?  In der Online-Paarberatung versuche ich zunächst, die individuellen Gründe für die jeweilige fest gefasste Meinung heraus zu finden. Irgendwo kommt der Wunsch ja her, irgendwann ist er entstanden (ebenso wie der entgegengesetzte Wunsch, den es auch zu erörtern gilt). Nun ist es mit fest gefassten Entschlüssen meistens so: Sehr oft gibt es das scheinbar erlebte "Entweder-oder" gar nicht, sondern es gibt durchaus Grautöne. Hilfreich ist, wenn sich beide einmal über die Nachteile des eigenen Standpunktes Gedanken machen. Da kommt nämlich ganz schnell einiges zusammen. Wenn wir in der Online-Beratung erst einmal all das abgearbeitet haben, rate ich meistens zu einer "Probezeit": Soweit das möglich ist, probiert das Paar einfach mal aus, wie es sich mit dem Standpunkt des anderen anfühlt. Wenn das aus technischen oder finanziellen Gründen nicht geht, denken wir gemeinsam über einen Kompromiss nach. Um beim Beispiel zu bleiben: Wo fängt Landleben an? Wirklich in dem möglichst kleinen einsamen Dorf oder vielleicht doch schon im eher ländlichen, aber noch gut angebundenen Speckgürtel? Die Löung in einem Paar-Konflikt, der auf einer Patt-Situation beruht, besteht also in der (manchmal mühsamen) Suche nach einem Kompromiss, mit dem beide leben können. Es gibt aber auch Fälle, in denen es tatsächlich wegen so einer Patt-Situation zur endgültigen Trennung kommt!


Paarberatung: Spätfolgen einer Affäre
Schwer vorstellbar, aber gar nicht so selten: Eine Affäre, die noch 20 Jahre später die Ehe belastet. In diesem Fall war er der "Übeltäter" und hatte fest damit gerechnet, dass seine Frau eines Tages "darüber hinweg kommen" würde. Leider war das nicht der Fall. Zwar hatte sie sich aufrichtig bemüht, ihrem Mann die Affäre zu verzeihen, zumal nichts dafür sprach, dass sich so ein Vertrauensbruch wiederholen würde. Aber sie schaffte es einfach nicht. Beim kleinsten Ehestreit kam bei ihr "alles wieder hoch". Er hingegen vertrat nun den Standpunkt: Nicht meine Affäre bringt die Ehe an den Rand des Abgrunds, sondern die Reaktion meiner Frau darauf. Schließlich ist "die Sache" über 20 Jahre her, was soll ich denn noch tun? Inzwischen sind die Kinder aus dem Haus, und nun reicht es ihm: Erstmals spricht er von Scheidung. So kamen die beiden zu mir. Die Frau sah theoretisch durchaus das Problematische an ihrem Verhalten, aber sie schilderte auch ihre Unfähigkeit, in der Praxis daraus Konsequenzen zu ziehen. Der Mann schien eine Trennung für einen Akt der Selbstbefreiung zu halten: Endlich ohne Schuldgefühle zu leben, erschien ihm äußerst erstrebenswert. In der Online-Paarberatung haben wir dann heraus gearbeitet, wie die beiden eigentlich damals mit der Affäre umgegangen waren. Es stellte sich heraus, dass sie eigentlich niemals wirklich über die Gründe gesprochen hatten. Warum war er damals fremd gegangen? Was, um es klischeehaft zu sagen, hatte die andere, was seine Frau nicht hatte? Was hatte ihm damals in der Ehe gefehlt? Hatte er ein schlechtes Gewissen beim Fremdgehen? Damals hatte sie es nicht geschafft, diese quälenden Fragen von ihm beantwortet zu bekommen, und er hatte keinerlei Eigeninitiative gezeigt, mit ihr darüber zu sprechen. Aber nun, nach so vielen Jahren? Erst waren beide nicht begeistert von meinem Vorschlag, dies nun moderiert nachzuholen. Er sowieso nicht – und sie nicht mit dem Argument "was sollen wir die alten Geschichten jetzt noch aufwärmen?". Sie ließen sich dann doch dazu überreden, und zwar mit dem Argument "wenn ihr euch sowieso trennt, ist es doch egal". Tatsächlich haben wir dann in fünf Sitzungen den alten "Film" von damals erstmals abgespielt. Die beiden gingen dabei sehr offen miteinander um, sehr behutsam und vorsichtig. Sie erfuhren womöglich mehr übereinander als in den letzten 20 Jahren. Was aus ihnen geworden ist, weiß ich leider nicht: Sie haben sich bis heute nicht wieder gemeldet, was ein gutes Zeichen ist.


Was kann eine Paarberatung bewirken?
Viele Klienten nehmen eine Paarberatung  in Anspruch, weil sie meinen, dass der Paarberater ihre Probleme lösen kann. Meistens hoffen sie, dass der Partner oder die Partnerin vom Paarberater mal so richtig "auf den Topf gesetzt" wird, ihr eigener Standpunkt in der Krise also bestätigt wird. Beides ist falsch. Ein Paarberater ist weder dazu da, Probleme zu lösen, noch sich auf eine Seite zu schlagen. Ein Paarberater ist immer überparteilich, d.h.: Er versteht beide Seiten, denn das Verhalten des einen ist immer auch bedingt durch das Verhalten des anderen. Auch wird der Paarberater niemals versuchen, die Probleme eines Paares aktiv zu lösen, indem er z.B. sagt: Ihr macht das jetzt so oder so, und dann klappt's auch wieder in der Partnerschaft. Nein: So läuft eine Paarberatung ganz gewiss nicht ab! Was der Paarberater aber leisten kann, wo er unterstützend tätig wird, ist dies: Er hilft den Klienten, die Situation aus einer ganz neuen Perspektive zu betrachten. Sehr oft ist es die Perspektive des anderen Partners. In einer Krise neigt man dazu, sich in dem eigenen, scheinbar fest zementierten Standpunkt einzuigeln. Man verliert vor lauter Ärger, Trauer, Verzweiflung und Wut die Fähigkeit, auch einmal inne zu halten und sich damit zu beschäftigen, wie die Situation wohl gerade aus Sicht des anderen aussieht. So treffen zwei, scheinbar nicht miteinander zu vereinbarende Standpunkte aufeinander – sofern in der Beziehung überhaupt noch kommuniziert wird. Hier der eine Standpunkt, dort der andere. Das aber kann es nicht gewesen sein, so geht es nicht weiter, so gibt es keinen Ausweg, kein Licht am Ende des Tunnels, keine gemeinsame Weiterentwicklung. Am Schluss kann dann sogar die Trennung stehen. Hier setzt nun die Arbeit des Paarberaters ein. Sein Klient ist nicht der eine oder der andere Teil der Partnerschaft, sondern sein Klient ist die Beziehung. Im Gespräch entwickelt er mit den beiden die notwendigen Schritte, um den eigenen Standpunkt auch mal zu verlassen und die Lage aus dem Blickwinkel des anderen zu sehen. Danach lässt sich dann erörtern, was beide aus diesem Blickwinkel-Wechsel lernen können und wie sie gemeinsam den ersten Schritt auf einem neuen Weg gehen können. Das ist immer mühsam, es ist manchmal verletzend, es macht bisweilen wütend oder hilflos: Aber es lohnt sich. Wenn ich die Arbeit des Paarberaters einmal mit einem plastischen Beispiel verdeutlichen soll, dann nehme ich ein Auto, das sich scheinbar unrettbar festgefahren hat. Da hilft nur jemand, der kräftig anschiebt oder ein Abschleppseil im Kofferraum hat! Und genau diese Rolle kann der Paarberater übernehmen.


Online-Paarberatung: Wenn ER sich nicht entscheiden kann
Es war dieses Mal keine Paar-, sondern eine Einzelberatung. Und ein Problem, dass es in vielen (wenn nicht sogar in den meisten) Beziehungen in der Anfangsphase gibt: Eine(r) kann sich eine "richtige" Beziehung vorstellen, der (die) andere nur eine "lockere". In diesem Fall wusste SIE nicht weiter.  ER schien alles abzublocken, was nach "mehr" roch. Er legte auch großen Wert darauf, dass sie "nicht zusammen" seien. Andere Frauen waren offenbar nicht im Spiel. In der Online-Paarberatung sind wir dann die letzten Wochen gemeinsam durchgegangen. Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass die Initiative für gemeinsame Unternehmungen fast immer von IHR ausgegangen war. "Das war mir so gar nicht bewusst", sagte sie, "aber damit ist jetzt Schluss." Nach zwei weiteren Online-Sitzungen war dann auch ihr Plan perfekt – und sie so gestärkt, dass sie auch einen Abbruch der Beziehung ohne größere Probleme überstanden hätte. Ab sofort hatte sie jede Menge eigene Aktivitäten auf der Liste, traf sich mit Freundinnen, ging mal wieder ins Fitnessstudio oder mit ihrer Mutter ins Museum. Der Erfolg kam ziemlich schnell: Er war erst verunsichert, kam dann selbst mit Vorschlägen für gemeinsame Aktivitäten und hatte plötzlich gar nichts mehr gegen eine "feste" Beziehung. Der neueste Stand ist, dass die beiden sogar schon mal über Kinder gesprochen haben...


Online-Paarberatung: Fehlende Vorbilder
Gerade junge Paare leiden unter einem Problem, das in der gesellschaftlichen Debatte weit unterschätzt wird. Es fehlen ihnen die Vorbilder. Früher orientierten sich junge Paare meistens am Verhalten ihrer Eltern. Auch wenn sie als Jugendliche rebellisch gewesen waren: Als junge Erwachsene wünschten sie sich eine Beziehung, die so haltbar und krisenfest wie die ihrer Eltern war. Sie hatten somit ein Vorbild, an dem sie sich orientieren konnten. Damit ist es heute vorbei. Der Generationswechsel findet so schnell statt, wie sich die gesamte Welt zu entwickeln scheint: Was gestern noch galt, ist heute schon von vorgestern und klingt wie aus dem Geschichtsbuch. Zwischen der heutigen Generation im jungen Erwachsenenalter und ihren eigenen Eltern bzw. deren Vorstellungen von einer guten Beziehung klafft ein derart tiefer Abgrund, dass man sich an ihnen überhaupt nicht mehr orientieren kann. Das beginnt mit der Rollenverteilung von Frau und Mann in der Beziehung und hört mit dem, was man sagen, denken, glauben kann, noch lange nicht auf. Daraus resultiert eine bemerkenswerte Orientierungslosigkeit, die die Generationen vor uns so nicht kannten. Was nun tun? In der Paarberatung ist es manchmal hilfreich, im weiteren Umfeld der jungen Paare zu suchen: Meistens gibt es da doch irgend ein Paar, das noch nicht "von gestern" ist und die eigene Beziehung erstaunlich gut hin kriegt. Gern lasse ich meine Klienten dann schildern und aufschreiben, was genau denn diese Beziehung so haltbar macht. Meistens ergibt sich dann daraus doch noch eine Art "Vorbild-Funktion", und viele Fragen, die bis dahin unlösbar erschienen, finden plötzlich eine (manchmal recht einfache) Antwort. Denn so ganz ohne Vorbilder zu sein – also ohne Menschen im sozialen Umfeld, die man einfach "gut" findet und an deren Verhalten man sich orientiert – macht das Leben wirklich nicht leicht.


Online-Paarberatung: Rente ist Krisenzeit
Die beiden hatten sich so auf die Rente gefreut und jahrelang Pläne geschmiedet. Dann war es endlich so weit. Aber es kam anders. Während sie bisher den Haushalt quasi nebenbei gut im Griff gehabt hatte, mischte er sich nun in alles ein. Das "Rumsitzen" zu Hause gefiel ihm überhaupt nicht. Er fing an, das Geschirr im Küchenschrank neu zu sortieren, hatte viel zu meckern, war unzufrieden und "unleidlich", wie sie erzählte. Schließlich dachte sie – immerhin nach über 30 Jahren Ehe – sogar über eine Trennung nach. Was war da passiert? Weiter unten war schon einmal die Rede von den sog. "Entwicklungs-Aufgaben", die uns immer dann zu schaffen machen, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Der Eintritt in die Rentenzeit gehört zweifellos dazu. Jetzt gerät das Gleichgewicht in der Beziehung außer Kontrolle und muss völlig neu hergestellt werden. In der Online-Paarberatung gehe ich mit den Klienten immer ganz kleine Schritte. Zunächst haben sie gelernt, sich gegenseitig zu sagen, was sie stört – ohne dass es Streit gibt. Dann konnten wir einen ersten Kompromiss erzielen: ER verändert nichts in der Wohnung, ohne es vorher mit IHR abzusprechen, und SIE akzeptiert, dass ER sein Tätigkeitsfeld nun zu Hause hat, wodurch sie natürlich Kompetenz abgeben muss. Entscheidend war am Ende jedoch, dass die Schwierigkeiten des Paares in Relation zu ihrem neuen Lebensabschnitt gestellt wurden. Soweit ich weiß, engagiert er sich jetzt ehrenamtlich in einer Kita und hilft dort beim Deutschunterricht für Kinder, die noch kein deutsch sprechen. Auch das hat geholfen, die Ehekrise zu überwinden.


Online-Paarberatung: "Er liegt am liebsten auf der Couch"
Wenn ein Paar zusammen zieht, ändert sich mehr, als man vorher dachte. Jetzt kehrt der Alltag ein. Jeder zeigt nun sein "wahres Gesicht". Früher war jedes Treffen ein Highlight, und jeder hat sich viel Mühe gegeben, um beim anderen in einem möglichst guten Licht zu erscheinen. Jetzt, im Alltag, kommen Eigenschaften zutage, die man vorher gar nicht kennen konnte! Sehr oft kommt es dann zu Beziehungskrisen. Ein Beispiel: ER entwickelt überhaupt keine Initiative, um abends noch mal was zu unternehmen. SiE hingegen ist eher unternehmungslustig. Seinen Hang zur Couch mit einem Bierchen und Knabberkram hat sie nicht gekannt. Eine Weile akzeptiert sie es, dann wird sie unzufrieden, danach gereizt, dann liegt Stress in der Luft und es wird heftig gestritten. Sie sehnt sich nach ihrem früheren Leben zurück. Aber alleine ausgehen mag sie auch nicht: Wozu hat sie denn jetzt eine feste Beziehung? In der Online-Paarberatung wird es zunächst darum gehen, dass beide Verständnis füreinander entwickeln und sich gegenseitig ernst nehmen. Dass sie einander zuhören und versuchen, sich gegenseitig zu verstehen. Was für den einen eine Lappalie ist, kann für den anderen beziehungsentscheidend sein! Als nächstes geht es darum, in ganz kleinen Schritten Kompromisse zu finden. Wird es gelingen, dass jeder seinen Freiraum hat und beide trotzdem gemeinsame Aktivitäten entwickeln? (In diesem Fall ist es gelungen. Soweit ich weiß, ist das Paar – die Paarberatung liegt einige Monate zurück – noch zusammen und glücklich.


Online-Paarberatung: Warum Vorwürfe nichts bringen
Es gibt wohl keinen Beziehungs-Streit ohne Vorwürfe. Entweder kommen sie von einer Seite und die andere Seite erträgt sie ohne Gefühlsregung, oder die Vorwürfe bedingen sich gegenseitig. Man schaukelt sich hoch. Typisch ist, dass es meistens um dieselben Vorwürfe geht. Der Effekt von Vorwürfen ist meistens anders, als der Absender hofft. Er hofft, dass sich "etwas ändert". Der andere denkt aber gar nicht daran, etwas zu ändern. Er fühlt sich angegriffen und reagiert so, wie man halt auf einen Angreifer reagiert: Mit Schutzmechanismen und Verteidigungshaltung. In der Online-Paarberatung lernen die Klienten deshalb, auf Vorwürfe komplett zu verzichten. Zwar gibt es in der Paarberatung keine "Verbote", aber hier mache ich eine Ausnahme: Ja, Vorwürfe sind ab sofort verboten, und zwar in der Beratung UND zu Hause. Stattdessen üben wir, wie man's viel besser machen kann. Wie man den Spontan-Vorwurf stoppt, halt nicht gleich den Vorwurf raus feuert, sondern wie man statt eines Vorwurfs eine Bitte formuliert. Und weil das Leben nun mal kein Ponyhof ist, muss diese Bitte natürlich auch erhört und ernst genommen werden, denn sonst wirft einer mit Wattebällchen und den anderen interessiert es gar nicht. Da kann eine Online-Beratung gut intervenieren: Vorwurf – stop – kurz nachdenken – als Bitte formulieren. Auf der anderen Seite: Die Bitte hören – kurz nachdenken – ist kein Vorwurf – kein Grund, sich zu wehren – können wir mal probeweise umsetzen. So lässt sich die Beziehung schon nach ein paar Online-Beratungen deutlich verbessern.

10 Gründe, über eine Paarberatung nachzudenken
Grund 1: Eine Trennung ist vielleicht unwiderruflich. Nach einer Paarberatung kann man neu entscheiden.
Grund 2: Eine Scheidung ist auf jeden Fall teurer als eine Paarberatung.
Grund 3: Es kann mit unserer Beziehung eigentlich nur besser werden.
Grund 4: Man lernt, einander zuzuhören. Das ist vielleicht eine neue Chance.
Grund 5: Wir streiten uns ständig, das muss mal vernünftig moderiert werden.
Grund 6: Bei uns glaubt jeder, dass er im Recht ist.
Grund 7: Wir haben irgendwie total verlernt, miteinander zu kommunizieren.
Grund 8: Irgendwie lieben wir uns ja doch noch.
Grund 9: Wir möchten gern wissen, ob wir uns wieder vertrauen können.
Grund 10: Wegen der Kinder wollen wir wirklich alles probiert haben.


10 Schritte zur erfolgreichen Paarberatung
Mit dem Thema Paarberatung hat sich schon fast jeder mal befasst. Entweder, wenn die Beziehung in eine bedrohliche Krise gerät und man sich fragt: Soll ich bleiben oder gehen? Oder, wenn man an eine frühere Beziehung denkt: Hätte eine Paarberatung damals die Trennung verhindern können? Das Thema ist also hochaktuell, zumal (in Großstädten) immer noch mehr als jede dritte Ehe geschieden wird und die Zahl der allein lebenden Menschen ständig steigt, was natürlich Rückschlüsse auf die Zahl der Singles zulässt. Damit eine Paarberatung erfolgreich endet, sollte man 10 Schritte dorthin kennen. Hier sind sie. Übrigens: "Erfolgreich" bedeutet am Ende einer Paarberatung nicht immer, dass die Klienten wieder so verliebt wie zu Beginn der Beziehung sind. Es kann auch sein, dass eine erfolgreiche Paarberatung zum Ende der Beziehung führt: Dann aber mit gegenseitigem Respekt und ohne weitere gegenseitige Verletzungen.
Schritt 1: Die Entscheidung. Sollen wir eine Paarberatung in Anspruch nehmen? Am besten trifft man diese Entscheidung zu zweit, also gemeinsam. Zwar sind fast alle Paarberater auch zu Einzelgesprächen bereit, aber wenn die Krise in der Paarbeziehung zu suchen ist, sollten schon beide mitmachen wollen. Recht häufig ist jedoch einer der beiden die "treibende Kraft" und beginnt die Paarberatung alleine, um den anderen dann später vielleicht doch noch zur Teilnahme überreden zu können.
Schritt 2: Die Suche. Wer auf "Paarberatung" googelt, findet tausende Einträge. Möchte man die Gespräche in einer Beratungspraxis führen oder lieber online von zu Hause aus? Schaut euch die Websites an und sucht nach einer Beratungspraxis, die euch sympathisch zu sein scheint. Paarberatung hat viel mit Vertrauen zu tun, denn man wird ja über sehr persönliche Themen sprechen!
Schritt 3: Das Vorgespräch. Meistens findet es telefonisch statt und dauert ungefähr eine Viertelstunde. Hier geht es zum einen darum, ob ihr den ausgewählten Paarberater immer noch wollt. Zum anderen entscheidet der Paarberater, ob aus seiner Sicht eine Paarberatung sinnvoll ist.  Für manche Probleme in Paarbeziehungen gibt es spezielle Ausbildungen, die nicht jeder Paarberater hat. Im Vorgespräch wird aber auch alles weitere geklärt, was ihr vor der Paarberatung wissen solltet. Zum Beispiel, dass ihr eine Paarberatung jederzeit abbrechen könnt usw.
Schritt 4: Die erste "Sitzung". Vermutlich wird die Zeit sehr schnell vergehen, denn nun geht es erst einmal um eure Vorgeschichte. Es ist eine Art "Anamnese", so wie ein Arzt die gesundheitliche Vorgeschichte eines neuen Patienten erfragt. Danach geht es dann ans Eingemachte. Vielleicht erlebt ihr zum ersten Mal, dass ihr ohne Unterbrechung ausreden dürft? Vielleicht gibt es schon jetzt eine erste "Hausaufgabe"? Jede Beratung ist anders.
Schritt 5: Die Hausaufgaben. Gut möglich, dass ihr am Ende jeder Sitzung eine "Hausaufgabe" mit auf den Weg bekommt. Vielleicht sollt ihr über einen speziellen Punkt nachdenken, das erfolgreiche Diskutieren nach bestimmten Regeln neu lernen oder etwas notieren, was mit der Beziehung zu tun hat.
Schritt 6: Die nächsten "Sitzungen". Sie können mit gelegentlichen Enttäuschungen verbunden sein. Ihr werdet nämlich feststellen, dass sich der Paarberater keineswegs auf eine der beiden Seiten schlägt. Er ist "allparteilich", geht also auf beide Seiten gleichermaßen ein und bemüht sich, beide zu verstehen und keinen zu verurteilen. Oft empfindet der Berater dennoch mehr Sympathie für eine der beiden Seiten. Er wird sich dann umso intensiver mit der anderen Seite beschäftigen.
Schritt 7: Die ersten Erfolge. Es ist ganz unterschiedlich, wann (und ob überhaupt) sie sich einstellen. Möglich, dass ihr plötzlich feststellt: Unsere Streitkultur hat sich verbessert. Wir hören einander jetzt besser zu. Generell ist die Kommunikation besser geworden. Wir können uns jetzt gegenseitig besser verstehen, man könnte auch sagen: Wir verstehen uns jetzt besser.
Schritt 8: Die Umsetzung in die Praxis. Der vielleicht schwierigste Teil. Im Alltag gibt es keinen Paarberater, der moderiert und auch mal sagt: Sie sind jetzt still und hören einfach nur zu. Die Alltagpraxis entscheidet, ob die Paarberatung etwas gebracht hat.
Schritt 9: Die letzte "Sitzung". Beide Seiten - Klienten und Paarberater - ziehen Bilanz. Man hat sich in den letzten Wochen näher kennen gelernt. Der Paarberater ist vielleicht zufrieden mit dem Ergebnis, vielleicht auch nicht so. Auf jeden Fall wird er noch lange an diese Klienten zurück denken: Wie es ihnen wohl geht? Es gibt da diesen Therapeutenwitz. Therapeut trifft Ex-Klientin: "Na, wie geht's?" "Danke, viel besser." "Dann hat Ihr Mann aufgehört, Sie zu ignorieren?""Nee, aber ich ignoriere das jetzt."
Schritt 10: Die Rückmeldung. Nach ein paar Monaten oder Jahren bekommt der Paarberater eine Nachricht. Das Paar von damals hat inzwischen geheiratet und das erste Kind bekommen. So ist es im Idealfall. Die meisten Klienten melden sich nach der Paarberatung leider nicht mehr.


Paarberatung: Sie will ein Kind – er keinesfalls
Ein bisschen schwanger geht nicht. Es handelt sich also um eine klassische Patt-Situation: Einer von beiden wird sich letztendlich durchsetzen. Eine ähnliche Patt-Situation habe ich ja bereits im Blog-Beitrag vom 9.3.2024 beschrieben. In der Online-Paarberatung kommt es recht häufig vor, dass sich Paare über die Frage "Kind oder nicht" komplett uneinig sind. Manchmal auch in der Variante, dass sie bereits ein oder sogar mehrere Kinder haben und es nun um die Frage "noch ein Kind oder nicht?" geht. Natürlich tauschen die beiden dann zunächst einmal alle guten Gründe aus, die dafür bzw. dagegen sprechen. Danach geht es dann um das Erkunden von Möglichkeiten, inwieweit sie oder er eventuell von dem jeweilig fest eingenommenen Standpunkt abweichen könnte. Das ist bisweilen mühsame Kleinarbeit, denn beide haben dabei automatisch das Gefühl, dass sie zu etwas überredet werden sollen, was sie doch keinesfalls möchten! Erfahrungsgemäß bringt es wieder einmal weiter, wenn die beiden in der Online-Paarberatung einen Perspektivwechsel vornehmen: Sie soll nun mit seinen – und er mit ihren Argumenten den jeweils gegenteiligen Standpunkt vertreten. Diese Methode dient dazu, dass man den oder die andere(n) einfach besser versteht. Sind die beiden noch jung genug, lässt sich die Frage "Kind oder nicht" manchmal auch erfolgreich um einige Jahre nach hinten verschieben. Im Optimalfall sind beide imstande, zu beschreiben, unter welchen konkreten Umständen sie nachgeben würden. Dann kann man daran arbeiten, die Umstände zu ändern. Oftmals gelingt das, manchmal nicht – denn in Patt-Situationen kann die Online-Paarberatung durchaus auch an ihre Grenzen stoßen.


Paarberatung: Muss man nach einer Affäre "alles" beichten?
Sie hatte sein Handy gefilzt, und ihr Verdacht bestätigte sich: Es gab eine andere Frau (bzw. es hatte eine andere Frau gegeben). Er gab das zu, hatte die Affäre aber bereits beendet. Nun begann die Aufarbeitung in der Beziehung, und die gestaltete sich schwierig. Beide wollten die Beziehung gern retten. Sie hatte tausend Fragen, die weitgehend auf dasselbe hinaus liefen: Was hatte die, was ich nicht habe? Er hingegen war außerstande, mit seiner Partnerin über die andere Frau zu sprechen. An dieser Stelle scheiterten alle Versuche, wieder miteinander klar zu kommen. Der Konflikt endete jedes Mal mit heftigem Streit. Kurz vor der bereits beschlossenen Trennung entschieden sich die beiden dann für eine Online-Paarberatung. So lernte ich sie kennen. Tatsächlich ist das ein häufiges Problem. Auf der einen Seite haben wir SIE mit ihrem nachvollziehbaren Interesse, alle offenen Fragen beantwortet zu bekommen. Auf der anderen Seite haben wir IHN mit seiner gewissen Sprachlosigkeit, die man früher als "typisch männlich" bezeichnet hätte. (Vielleicht war es aber auch das diffuse Gefühl, dass selbst schonungslose Offenheit nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen, sondern alles nur noch schlimmer machen würde.) Auch ihn konnte ich gut verstehen. Was haben wir gemacht? Ich habe die beiden gebeten, sich die vielen offenen Fragen wie einen gewaltigen Holzklotz vorzustellen, der zwischen ihnen stand. Er war viel zu schwer, um ihn weg zu schleppen. Aber jeder von beiden hatte eine Säge, mit der man ein kleines Stück des Holzklotzes absägen konnte. Und damit fingen die beiden nun an. Sie vermied es, von ihm die "totale Offenheit" zu verlangen. Er vermied es, überhaupt nicht zu sprechen. Beide begnügten sich mit kleinen Stücken des Holzklotzes. Sie fragte zum Beispiel: Wie habt ihr euch eigentlich kennen gelernt? Und er war imstande, das in groben Zügen, wenn auch widerwillig, zu erzählen. Sie nahm ein weiteres Stück des Klotzes in Angriff und bat ihn, etwas vom ersten Date zu erzählen. Ihm war das zwar unangenehm, aber im von mir moderierten Gespräch mochte er auch nicht der "große Verweigerer" sein und ließ etwas darüber raus. So ging das einige Sitzungen weiter, und irgendwann ließ ihre Wissbegierde nach. Er atmete auf. Soviel ich weiß, konzentrieren sich die beiden jetzt wieder auf sich selbst


Einzelberatung: Warum gerate ich immer an den Falschen?
Immer häufiger habe ich junge Frauen in meiner Online-Beratungs-Sprechstunde, die  nach mehreren negativen Erfahrungen mit Männern "die Nase voll" von Beziehungen haben. Ein klassischer Satz ist dabei: "Immer gerate ich an den Falschen." Viele Frauen sind dadurch so frustriert, dass sie die Suche nach "Mr. Right" erst einmal aufgeben. Aber woran liegt diese Fülle von schlechten Erfahrungen? Manchmal dauert es mehrere Sitzungen, bis wir zum Kern des Problens kommen. Nicht immer, aber doch recht häufig handelt es sich um Klientinnen, die seit ihrer Kindheit unter einem etwas unterentwickelten Selbstwertgefühl leiden. Sie wurden selten gelobt, hatten nicht sehr viele Erfolgserlebnisse und konnten deshalb eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben, vor denen jeder Mensch mehrmals im Leben steht, nicht bewältigen: Sich selbst so okay zu finden, wie man nun einmal ist. Wenn dann später die Partnersuche beginnt, suchen sich diese Frauen unbewusst jemanden, der ihnen genau diese Entwicklungsaufgaben bzw. ihre Bewältigung abnehmen soll. Um das zu erreichen, passen sie sich dem neu gefundenen Partner so weit wie möglich an. Es entsteht eine "Verschmelzung ohne Identität". Und die ist keine gute Voraussetzung für das Gelingen einer Beziehung. Es geht in den Einzelberatungen also sehr stark darum, diesen Frauen wieder (oder erstmals) zu einem gesunden, stabilen Selbstbewusstsein zu verhelfen. Merke: Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben!


Paarberatung: Wenn jeder Streit eskaliert
Immer wieder entscheiden sich Paare für meine Online-Paarberatung, weil ihre Streitigkeiten regelmäßig eskalieren und mit Geschrei und knallenden Türen enden. Beide versichern, dass sie das gar nicht wollen. Sie erleben, wie die gegenseitig zugefügten verbalen Verletzungen immer heftiger werden. Das Ende der Beziehung, das sehen beide so, kündigt sich an. Sie möchten nun wissen, was sie tun können, um sich quasi aggressionsfrei zu streiten. Erst einmal muss man sagen, dass es aggressionsfreies Streiten nicht gibt. (Keine Aggression = kein Streit.) Die Frage ist vielmehr, wie man in der Partnerschaft mit Aggressionen umgeht.  In der Paarberatung hilft es oft schon sehr, wenn man so einen Streit einmal "aufbröselt": An welcher Stelle genau, bei welcher Reaktion, vielleicht sogar bei welchen Reizwörtern beginnt die Eskalation? Manchmal ist es auch ein non-verbales Verhalten, das den anderen explodieren lässt, z.B. demonstrative Überlegenheit, ein genervter Blick zum Himmel o.ä. Hat man das heraus gefunden, ist schon viel gewonnen. Jetzt wird es darum gehen, genau diese Reize im Streit zu vermeiden. Das kann man üben. Eine andere Möglichkeit ist, den Streit an der entscheidenden Eskalationsschwelle einfach für einen Moment zu unterbrechen: Innehalten, tief Luft holen, sich über die gefährliche Situation klar werden und dann erst weiter streiten. Dazu darf dann einer von beiden auch gern mal kurz in ein anderes Zimmer ausweichen! Das ist kein Weglaufen, sondern Teil der Deeskalation. Der Streit geht ja weiter. Nur ohne Schreierei.


Online-Paarberatung: Wie kann ich SIE / IHN glücklich machen?
Natürlich meldet sich niemand für eine Online-Paarberatung an, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ich stelle in Krisengesprächen aber immer wieder fest, dass die Frage viele Menschen latent begleitet. Gerade, wenn die Beziehung mal nicht mehr so gut läuft, denkt man ja auch über den eigenen Anteil an der Entwicklung nach und überlegt dann, ob man selbst vielleicht auch etwas versäumt hat. Die Antwort ist glasklar und ich versuche dann immer, meine Klienten sanft in diese Richtung zu "schieben": Glücklich machen kann einen nicht der Partner oder die Partnerin. Sondern glücklich machen kann man nur sich selbst. Jeder ist "seines Glückes Schmied", sagte Oma immer, und das ist nicht nur vollkommen korrekt, sondern es bringt's exakt auf den Punkt. Liebe ist etwas höchst Egoistisches. Ich empfinde sie dann als beglückende Bereicherung, wenn sie MIR gut tut. Im Optimalfall geht es der Partnerin bzw. dem Partner ebenso: Auch sie / er empfindet unsere Liebe als beglückende Bereicherung, weil sie ihr / ihm gut tut. Wenn wir das in der Online-Paarberatung geklärt haben, ist es an der Zeit für einen Cut: Jetzt soll jeder von beiden darüber nachdenken, was sie / ihn denn im Moment glücklich machen würde. Aufschreiben und den Zettel umdrehen, denn der / die andere soll nicht sehen, was da drauf steht! Warum, ist klar: Wir drehen den Spieß nun um. ER schreibt auf, was SIE im Moment glücklich machen würde und SIE schreibt auf, was IHN im Moment gllücklich machen würde. Es schließt sich dann eine meist sehr lebhafte Debatte an, denn – o Wunder –  beide haben voll "aneinander vorbei" geschrieben, haben also von der "Glücks-Idee" des Partners / der Partnerin relativ wenig Ahnung. Um noch mal auf die obige Frage zurück zu kommen: Glücklich machst du sie / ihn dann, wenn du deine eigenen Vorstellungen von deinem ganz persönlichen Glück klar kommunizierst. Also: Frage nicht, wie du jemanden glücklich machen kannst, sondern frage dich, was dich selbst glücklich machen würde!


Online-Paarberatung: Mit Körpersprache das Gegenüber beeinflussen
Jeder weiß, was Körpersprache ist. Aber kaum jemandem ist bewusst, wie man das Gegenüber mit der richtigen Körpersprache zum eigenen Vorteil beeinflussen kann. Dabei ist es ganz leicht! Das Ziel ist, aufs Gegenüber empathisch, zugewandt und freundlich zu wirken. Das verbessert das Klima bei einem Gespräch und erleichtert es uns, unsere Ziele zu erreichen. Übrigens ist die richtige Körpersprache nicht nur beim Gespräch innerhalb einer Beziehung wichtig. Sie hilft auch sonst ungemein, z.B. beim ersten Date oder bei einem Vorstellungsgespräch! Die erste Regel: Deine Knie sollten immer parallel direkt auf dein Gegenüber zeigen. Wenn du dich leicht zur Seite drehst, zeigst du dem Gegenüber buchstäblich die (kalte) Schulter, und das wird unbewusst als unfreundlich empfunden. Also achtet auf eure Knie! Als nächstes ist das "Spiegeln" dran. Das geht so: Ihr beobachtet, welche Körperhaltung das Gegenüber einnimmt, wartet ein paar Sekunden und nehmt dann eine ähnliche Haltung ein. Das kann z.B. das Übereinanderschlagen der Beine sein, oder ein entspanntes Zurücklehnen, oder das Gegenüber stützt das Kinn auf eine Hand oder verschränkt die Arme vor der Brust. Etwas zeitversetzt und ganz nebenbei macht ihr das jeweils auch. Natürlich nicht plump und brutal, sonst kommt ihr rüber wie Clown August! Sondern subtil und kaum merkbar, auf jeden Fall wie zufällig. Das "Spiegeln" bewirkt beim Gegenüber eine Menge, ohne dass es bewusst wahrgenommen wird: Es löst Gefühle wie "Sympathie", "Verstanden werden", "Harmonie" usw. aus. Was immer ihr von eurem Gegenüber wollt – mit der richtigen Körpersprache erreicht ihr euer Ziel erheblich schneller.


Online-Paarberatung: Verbotene Worte
In der Paarberatung wird eigentlich nichts verboten, denn der Paarberater soll überzeugen und nicht verbieten.. Dennoch ist es manchmal unerlässlich, klare Regeln aufzustellen, an die sich beide Klienten halten. Bei Streitigkeiten innerhalb der Beziehung  wird sehr oft verallgemeinert: Man kommt vom Einzelfall aufs "Große und Ganze" und erhebt Vorwürfe, gegen die sich der/die andere so pauschal eigentlich kaum wehren kann. Typischerweise beginnen solche Vorwürfe mit den Worten "immer", "nie", "ständig" usw. Gute Erfahrungen habe ich mit einem klaren "Verbot" dieser Worte gemacht, d.h.: Die Klienten achten zu Hause darauf, dass sie ihre Vorwürfe (wenn sie sich denn welche machen) keinesfalls generalisieren und erst einmal tief durchatmen, bevor sie ihren Vorwurf thematisieren. Der Verzicht auf die Generalisierung trägt erheblich dazu bei, dass man sich ums konkrete Problem kümmert und nicht abschweift. Davon unabhängig lernt man in einer Paarberatung aber, dass die Zeit der Vorwürfe nun endgültig vorbei ist: Statt Vorwürfe zu machen, äußert man Bitten. Aber das ist ein anderes Thema.


Online-Paarberatung: "Seine Kumpels sind ihm wichtiger als ich"
Ein Beziehungs-Problem, das recht häufig genannt wird – allerdings meistens im Zusammenhang mit anderen Problemen, heißt: Was SIE in einer ansonsten sehr gut funktionierenden Beziehung möglicherweise akzeptieren (klaglos hinnehmen) würde, ist nun der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Nicht besonders vielversprechend ist es also in der Online-Paarberatung, IHM seine Kumpels auszureden oder IHR seine Kumpels schmackhaft zu machen. Wir haben stattdessen erst einmal gar nicht so viel über die Kumpels gesprochen (er verbringt 1-2 Abende pro Woche mit ihnen, hinzu kommt am Sonntag nachmittag noch sein Fußball), sondern wir haben uns gemeinsam die Beziehung insgesamt näher angeschaut. Da hatte sich eine Menge aufgestaut, und zwar auf beiden Seiten. Er fühlte sich von ihr bevormundet, sie beklagte seine mangelhafte Kommunikation, er wollte "nur seine Ruhe", sie bestand auf "mehr Gemeinsamkeit" usw.  Die lange Liste der beidseitigen Unzufriedenheit haben wir Punkt für Punkt abgearbeitet. Schon dabei geriet das Thema "Kumpels" in den Hintergrund und wurde zunehmend unwichtiger. Man kann an diesem Beispiel ganz gut erkennen, dass oft ein beliebiges Thema heraus gegriffen wird, um eine viel größere und tiefer sitzende Unzufriedenheit auszudrücken. Man denke nur an die sprichwörtliche "offene Zahnpastatube": Natürlich ist nicht sie das Problem, sondern sie ist ein Symbol für alles, was einen stört. Wie die Sache mit den Kumpels ausgegangen ist? Er hat auf 1x wöchentlich reduziert, sie hat ihren eigenen Freundeskreis erheblich erweitert und unternimmt jetzt auch mal was ohne ihn.  


Online-Paarberatung: "Nie hört er mir zu"
Der Klassiker in der Online-Paarberatung. Man muss ihn nicht erklären: Jeder weiß, was gemeint ist. Spannend ist die Frage, warum Männer eigentlich "nie zuhören". Zunächst einmal ist die Generalisierung ("nie...") unzulässig, denn er hört manchmal schon zu (z.B. wenn sie ihm vom Ausgang des heutigen Formel 1-Rennens erzählt, das er nicht gucken konnte). Er hört also selektiv nicht zu. Das ist eine männliche Eigenschaft, die in den Genen liegt. Als Männer noch mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gingen, war die Unterscheidung von Geräuschen überlebenswichtig. Sie mussten das Raubtier hören, bevor sie es sahen. Das Zwitschern der Vögel haben sie deshalb kaum wahrgenommen und sich aus Gründen des Selbstschutzes lieber auf die wichtigen Geräusche konzentriert. Nun ist das Risiko, dass der Mann am Frühstückstisch von einem hungrigen Leoparden angefallen wird, heute eher gering. In der Online-Paarberatung wird es nun darum gehen, IHN für IHRE Botschaften zu sensibilisieren. Das funktioniert oftmals mit einem Rollentausch sehr gut: Für ein paar Minuten spricht er wie sie, und sie hört zu wie er. Beide sehen sich plötzlich in einem ganz neuen Licht (mit den Augen des anderen). Aber natürlich gibt es in der Online-Paarberatung noch viele andere Möglichkeiten, um IHN zu einem emphatischen, sehr interessierten Zuhörer zu machen...


Online-Paarberatung: Beziehungskrise nach der Geburt eines Kindes
Jede Lebensphase bringt neue Herausforderungen für die Partnerschaft (außer der allerersten Phase, der Zeit des Verliebt-Seins). Solche Lebensphasen sind z.B. ein Ortswechsel, das Zusammenlegen der Wohnungen, die Einschulung eines Kindes, der Auszug der erwachsenen Kinder, der Beginn der Rentenzeit und am Ende Krankheiten bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Mit Glück und gutem Willen werden beide Partner gemeinsam mit diesen Herausforderungen fertig und überstehen sie. Unterschätzt wird von vielen Paaren jedoch, was die Geburt eines Kindes für die Partnerschaft bedeutet. Dabei beginnt gerade jetzt eine besonders schwierige Lebensphase. In der Online-Beratung ähneln sich die Geschichten: ER fühlt sich ausgegrenzt, SIE versteht das nicht. Für SIE zählt in den ersten Monaten nur das Baby, alles andere – und jeder andere – ist zweitrangig. ER versteht das (zumindest theoretisch), aber mit der Rolle als "fünftes Rad am Wagen" kann er sich nicht anfreunden. Hinzu kommen ganz normale körperliche Beschwerden, Schlafmangel und Erschöpfung sind nur zwei davon. Daraus entsteht eine Gereiztheit, die beide so bisher nicht kannten, aus Gereiztheit entsteht Streit – wie soll das nur weitergehen? Manchmal ist es hilfreich, wenn man in der Online-Beratung den Bezug zwischen den Problemen und der Lebensphase herstellt. "Das geht allen so" ist zwar ein schwacher Trost. Aber wenn man gemeinsam erörtert, was genau die Herausforderungen dieser Phase sind und wie man sie in vielen kleinen Einzelschritten bewältigen kann, ist schon viel erreicht. Man findet das Verhalten des anderen dann immer noch nicht toll – aber man weiß jetzt wenigstens, warum sie oder er sich so verhält. Und das nimmt extrem viel Druck aus dem Kessel.


Online-Paarberatung: Kommunikation in Beziehungen
Es ist so einfach, dass es eigentlich längst kein Problem mehr sein dürfte: Das häufigste Problem in Beziehungen ist schlechte Kommunikation. Entweder hat man sie total verlernt, oder sie ist eingeschlafen. Oder Kommunikation läuft immer ähnlich ab und landet regelmäßig in einer Sackgasse mit gegenseitigen Vorwürfen. Was ich auch oft in den Beratungen erlebe, ist negativ besetzte Generalisierung in der Kommunikation: "Nie...", "immer..." usw. Frauen klagen oft darüber, dass sie von ihren Männern nicht mehr wahrgenommen werden. "Er will gar nicht mit mir reden." Männer hingegen beklagen sich häufig, dass ihre Frauen einfach "immer reden" wollen und nicht begreifen, dass sie nach der Arbeit kaputt sind und einfach "nicht mehr reden" wollen. In der Paarberatung geht es nun darum, dass die Partner wieder miteinander reden lernen. Dafür gibt es das "Zwiegespräch". Es hat einfache Regeln. Wir üben das zunächst in der Beratung, und dann gibt es ein "Zwiegespräch" als Hausaufgabe. Man kann sich das so vorstellen, als wenn der eine ein Selbstporträt mit Worten malt und das dem anderen überreicht. Das "Zwiegespräch" hat verblüffende Effekte. Oft fühlt sich die Beziehung schon nach einem einzigen "Zwiegespräch" viel besser an.